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•Geschichte
•Die "Spirituelle Methode"
•Stille - Atem - Sein

 

„Wenn deine erlernte Praxis und deine Theorie soweit fortgeschritten sind, dass die Aktionen deiner Hände, deiner Füße und deines Körpers von deinem Bewusstsein völlig unabhängig werden, erreichst du vom Erlernten Abstand, ohne vom Erlernten abzuweichen. Was auch immer du ausführst, führst du in vollkommener Freiheit aus.“ (Schwertmeister Yagyu Munenori)

 

 

Usui´s Lehren und Übungen zwischen 1922 und 1926 sind im weitesten Sinne eine Kombination aus dem Shintôismus (Naturreligion Japans, Ur-Religion), dem Tendai-Buddhismus, dem Shugendô (Mischung aus Shintoismus und Schamanismus) und asiatischer Kampfkunst. Usui selbst soll an seine Schüler unterschiedliche Inhalte weitergegeben haben, je nach deren Hintergrund und Vorkenntnissen. Sein klares Ziel war – da stimmen viele Quellen überein -  eine einfache Methode für die spirituelle Weiterentwicklung seiner Schüler zu schaffen. Nach seinem Tod wurde die Methode von seinen Schülern – je nach deren Kenntnisstand und persönlichem Hintergrund – weitergegeben und auch weiter verändert.

 

Usuis Ausbildungszentrum funktionierte nach dem Dôjô-Prinzip, welches wir auch von den Kampfkünsten kennen.  Es soll auch keinen großen Unterschied zwischen Schülern und Klienten gegeben haben, die Usui aufsuchten und um Heilung baten.

 

Die Unterweisungen hatten folgende Inhalte:

 

  1. Kokyo-Hô (Übungen zur Selbstreinigung und Selbstentwicklung)

Die Schüler praktizierten regelmäßig im Dôjô ihre Übungen zur Selbstreinigung und Selbstentwicklung – Kokyo-hô. Diese sollten das Energieniveau erhöhen und zu einer Zentrierung und Fokussierung des Schülers führen.

 

  1. Gainen (Die Fünf Grundsätze)

Sie übten sich in der Rezitation und täglichen Umsetzung der „Fünf Grundsätze“ (=Gainen). Diese dienten der Geistesschulung und der Entwicklung einer rechten inneren Haltung. 

 

3.    Reiju (Spirituelles Geschenk, Empfang des Geistes)


Am Ende eines jeden Trainings – während einer Meditationsübung – empfingen sie Reiju, ein spirituelles Geschenk von Usui.  Reiju bedeutet wörtlich: Den Geist empfangen oder ein Spirituelles Geschenk empfangen. Reiju sollte die Möglichkeit sein, eine spirituelle Erfahrung auf eine andere Person zu übertragen, dieser Person also eine selbst gemachte Erfahrung als Impuls zum Zwecke der eigenen Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Es sollte dazu dienen, die dem Schüler innewohnende Seelenkraft zu aktivieren, um damit eine Verbindung zur Ur-Seele zu schaffen. Es wird vermutet, dass Usui selbst eine Art von spiritueller Segnung in Form eines kleinen Rituals von einem Shintô-Priester empfangen hatte und daraus die Reiju-Methode entwickelt hat. Es könnte sich aber auch um eine Tendai-Technik zur Vermittlung von Wissen handeln. Chris Marsh erfuhr von Suzuki-san, dass Reiju ab etwa 1922 der wichtigste Aspekt der Usui-Methode war, und dass die Technik des Reiju erst sehr spät während der Ausbildung an die Schüler weitergegeben wurde. 

 

4.    Jumon (Formeln) und Kotodama-Meditation (Intonieren der Formeln)


Die fortgeschrittenen Schüler, erhielten von Usui nach und nach die Formeln (Jumon), mit denen sie dann die Kotodama-Meditation durchführten, ein spezielles Intonieren, bei dem die den Silben innewohnende magische Kraft freigesetzt wird und eine Veränderung des Bewusstseinszustandes erzeugt. Dies sollte dem Erreichen der „Vier Seinszustände“ dienen, Verbindungen zu Meta-Ebenen des Bewusstseins. 


Im Jahr 1923 führte Usui schließlich ein System von Graden ein, wie es auch von Kanô Jigorô, dem Begründer der japanischen Kampfsportart Judo verwendet wurde. Die Übergänge zu den einzelnen Entwicklungsstufen waren dabei immer noch fließend. Dieses Graduierungssystem wurde bis zu seinem Tod noch mehrfach verändert und vereinfacht. Eine letzte Änderung scheint es im Januar 1926 gegeben zu haben, die in etwa dem heutigen System entspricht:

 

Shô-den (erster Grad) – die Übermittlung des Anfangs

Der Shô-den hatte vier Untergrade, unter anderem Chuuden, den mittleren Grad. Ab dieser Stufe wurde das erste Jumon unterrichtet.

 

Oku-den (zweiter Grad) – die Übermittlung der Tiefe

Der Oku-den bestand bei Usui aus Oku-denzenki mit dem zweiten Jumon und Oku-denkouki mit dem dritten Jumon.

 

Shinpi-den (dritter Grad) – die Übermittlung der Mystik

Der Shinpi-den hatte sieben Untergrade. Reiju wurde vermutlich erst ab der zweithöchsten Stufe weitergegeben.

 

Kai-den (vierter Grad) – die Übermittlung der Essenz

Den Kai-den gab es so zu Usuis Zeiten nicht.

 

Die Arbeit beginnt mit dem Erlernen der Atem- und Konzentrationsübungen sowie der grundsätzlichen Elemente der japanischen Energielehre. Nach und nach werden dann die überlieferten traditionellen Techniken geübt und angewendet. 

 

Das äußere Verständnis kann erfahren werden – es entsteht durch achtsames Praktizieren. Je öfter wir praktizieren, desto mehr verbinden wir uns mit dem Sinn der hinter den Übungen steht.

 

Das innere Verständnis entwickelt sich aus den Erfahrungen der Praxis. Je öfter die Reise wiederholt wird, desto tiefer wird auch das Verständnis. Dieses innere Verständnis kann von keinem Lehrer übermittelt werden – der Praktizierende kann es nur selbst erfahren. Es ist ein Zustand der Erkenntnis – den man nicht versucht zu erreichen, weil er einfach passiert. Es gibt kein Ziel.

 

Informationen über Praxis und Ausübung dieser meditativen Technik, erhalten Sie auf Anfrage.

 


 

Letzte Aktualisierung: 31.05.18 16:39 - © Simone Weber - Impressum