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"Wir haben ein weiteres Phänomen beobachtet und erfolgreich in unser therapeutisches Arsenal aufgenommen. Wir nennen es das somato-emotionale Gedächtnis und seine Ausschaltung. Unserer Erfahrung nach besitzt das Körpergewebe und insbesondere das Bindegewebe ein Gedächtnis. Beim Auftreten einer verletzenden Kraft verändert sich das Gewebe, auf das diese Kraft einwirkt.

                                                                                                            (John E. Upledger)

 

Die zweite Säule der Ganzheitlichen Traumatherapie ist die Körperarbeit.

 

In seinem Buch „Auf den inneren Arzt hören“ erklärt der amerikanische Osteopath und Doktor der Alternativen Medizin John E. Upledger das Phänomen der „Gewebeerinnerung“.

 

Er beschreibt darin seine Beobachtung, dass die Körperzellen und Gewebe über ein eigenes Erinnerungsvermögen zu verfügen scheinen, welches nicht unbedingt mit dem Gehirn in Verbindung steht.

 

In seinen craniosacralen Behandlungen erlebte er immer wieder eine bestimmte Abfolge von Reaktionen.

 

So bemerkte er zunächst eine deutliche Erwärmung im Behandlungsgebiet, die seiner Meinung nach über die normalerweise abgegebene Körperwärme erheblich hinausgeht. Unmittelbar danach trat an der Stelle ein Pulsieren auf – langsamer als der Herzschlag. Dieser „therapeutische Puls“ leitete nach Upledger eine heilsame Veränderung im Inneren des Patienten ein. Gewöhnlich beschleunigte sich während dieser Phase auch der Herzschlag des Patienten. Der „therapeutische Puls“ jedoch wurde nicht schneller, dafür aber stärker. Sobald der Herzschlag sein Maximum erreicht hatte, verringerte sich der „therapeutische Puls“ und verschwand schließlich ganz.  Es folgte eine fühlbare Entspannung des Körpergewebes und der Patient berichtete über ein Nachlassen der Schmerzen. Manchmal wurden Gefühle der Angst, Wut oder Traurigkeit beschrieben und es konnten Erinnerungen an Ereignisse auftreten, die möglicherweise auf das betroffene Gebiet eingewirkt hatten (Unfälle, Verletzungen, Operationen etc.). Diese Bewusstwerdung trat bisweilen auch erst einige Tage nach der Behandlung oder gar nicht auf – die Besserung der Beschwerden stellte sich aber trotzdem ein.

 

Seine Erklärung dafür ist, dass beim Einwirken einer „verletzenden Kraft“ eine erhöhte Muskelspannung und Gewebeveränderungen entstehen, die der Körper dann entweder wieder normalisieren und entladen oder aber kompensieren muss. Diese Kompensation erfolgt durch ein Einkreisen bzw. Abschotten der Verletzung und Umorganisation der umliegenden Gewebe. So bleibt zwar das Trauma im Gewebe, dessen Funktion jedoch erhalten und bei geringfügiger Anpassung treten keine oder kaum klinische Symptome auf. Ist das verletzende Ereignis jedoch zu gewaltig oder eines von viel zu vielen, dann wird die Anpassungsanforderung an den Körper so hoch, dass sich deutliche Störungen entwickeln.

 

Upledger selbst findet die Zusammenhänge zwischen den vorgefundenen Krankheitsbildern und ihrem eigentlichen Ursprung oftmals selbst so rätselhaft, dass er sie nur selten logisch erklären kann. Er nennt diesen Mechanismus das „somato-emotionelle Gedächtnis“ und dessen Behandlung dessen „Ausschaltung“. Dabei geht er vor wie oben beschrieben. Mittels Berührungsimpuls und Konzentration seiner Wahrnehmung läd er das Gewebe ein, die Erinnerung loszulassen, sie zu entladen. Der Patient erlebt dann möglicherweise die unterschwelligen seelischen Bestandteile der ursprünglichen Verletzung – mit therapeutischer Begleitung – ein zweites Mal.

 

Wenn dann die Verletzung keine Kompensationskräfte mehr braucht, werden die damit verbundenen klinischen Symptome dauerhaft ausgeschaltet und das System normalisiert sich wieder.


 

Letzte Aktualisierung: 31.05.18 16:39 - © Simone Weber - Impressum